Xing
LinkedIn

“Werde der Du bist … aber nicht bei uns!”

Über riksante Versprechen der New-Work-Bewegung

Wir waren lange „taylerant“ mit uns und den Unternehmen. Erfolg heiligte den Umsatz, sichere Arbeits-Plätze schufen Loyalität. Arbeit-Nehmer – (merkwürdig das Mitarbeiter so heißen, wo sie doch Arbeit „geben“) nahmen dafür in Kauf, in ihrer Persönlichkeit nicht gefragt zu sein. Aufgaben waren funktional und Mitarbeiter hatten logischerweise zu „funktionieren“. Schon früh schlich sich ein giftiger Zweifel in die erfolgreiche Partnerschaft: Das ist keine „würdige“ Arbeit! 

Der Mensch ist doch mehr als …

Mit wachsender Individualisierung wucherten die Ansprüche auch in der Arbeitswelt. Ja! – die Arbeit muss einen Beitrag zur Selbstverwirklichung leisten. Und dann wurden die humanistischen Hymnen gesungen, lauthals und bis heute hörbar. Ergebnis: Agiles Management. Aus humanistischer Besinnung? Na ja, eher doch die Einsicht, komplexen Problemen nicht mehr mit Planung beizukommen. Komplexität kann nur der Mensch, nicht die Maschine.

Kern der in“tayleranten“ Gegenwart: Welche Rollen im Unternehmen bieten Mitarbeitern wirklich die Möglichkeit, als Mensch zu wachsen und bisher ungelebte Potenziale aufzuspüren? Was ist drin für uns Menschen?

Es gehört zu unseren besonderen Fähigkeiten, ausblenden zu können. Uns auf eine Sache zu konzentrieren und auch langfristig nur in bestimmten Bereichen Beiträge zu leisten. Wie müsste ein Unternehmen aufgestellt sein, dessen Rollen einer solchen Vielfalt huldigen, daß Mitarbeiter aufblühen und gedeihen? Das Unternehmen als Treibhaus für wachsende Menschlichkeit!

Konzeptionell nicht denkbar. Wir können doch nicht ohne Fachlichkeit und Spezialisierung. Alles nur schöner Schein? Illusions-Theater der NewWork-Szene?

Hier hilft Wirklichkeit. Und Wirklichkeit ist das, was sich unseren Vorstellungen nicht fügt. Wir bekommen in und durch die Arbeit nicht das, was uns Menschen zu Menschen macht. Deshalb tut Relativierung gut. Arbeit taugt nicht als Religion. Was sie für Dich und mich ist, bleibt unbestimmt und individuell, eben der eigenen Sinngebung anvertraut.

Kluge Unternehmen verzichten auf Sinnversprechen und Selbstverwirklichungs-Theater. Sie setzen auf eine andere Wirklichkeit: Haltung!

Verzichte auf überzogene Sinnversprechen und biete dein Bestes: Haltung!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.

Weitere Beiträge

Untersuche uns nicht in der Verführung … sondern …

Allgemein
0
Wir haben eine grandiose Fähigkeit: Wir sind verführbar! Ach herrlich. Neulich erster Restaurant-Besuch nach Corona: Der engagiert aufmerksame Kellner präsentierte eine so gekonnt inszenierte Köstlichkeit, das es kein Zögern gab: „Schenken Sie ein!“ Kleine Randbemerkung: In solchen Momenten existiert kein Preis-Bewusstsein, erst die Rechnung wirkte – im Gegensatz zum Getränk…
Menü