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Untersuche uns nicht in der Verführung … sondern …

Wir haben eine grandiose Fähigkeit: Wir sind verführbar! Ach herrlich.

Neulich erster Restaurant-Besuch nach Corona: Der engagiert aufmerksame Kellner präsentierte eine so gekonnt inszenierte Köstlichkeit, das es kein Zögern gab: „Schenken Sie ein!“

Kleine Randbemerkung: In solchen Momenten existiert kein Preis-Bewusstsein, erst die Rechnung wirkte – im Gegensatz zum Getränk – komatös.

Was wäre mein und dein Leben ohne Verführung?  Schwelge mal in Erinnerung lustvoller Momente. Schlicht lebenswert!

Die andere Seite der Verführung wirkt zerstörerisch: Unsere unstillbare Sehnsucht nach Ein-Deutigkeit. Je komplexer die Wirklichkeit, desto größer die Sehnsucht. Wir werden verführt, die undurchschaubaren Zusammenhänge mit einfachen Wahrheiten zu behängen.

Und so tönt es aus allen Meldungen und medialen Erregungen: Einer wusste es immer schon, einer weiß es jetzt und um prophetische Weisungen sorge dich nicht: Es gibt viele Berufene. Es sind derer viele, die uns sagen, wie es end-gültig ist, oder zu sein hat.

Woher diese Sehnsucht nach Ein-Deutigkeit?

Die Antwort ist leicht hingeschrieben und schwer zu ergründen: Wir halten die Lebendigkeit nicht aus, wir können soviel Leben nicht ertragen.

Überrascht? Fordere Dich mal selbst heraus: „Was würdest Du tun, wenn Du völlig furchtlos wärest?“ Mmmhhh .. spannend. Ich auch. Unsere Ängste binden uns. Wir folgen der Angst, nicht unserer Lebendigkeit. Was die Psychologie Persönlichkeit nennt, ist der Schutz vor unserer Verletzlichkeit, letztlich vor Lebendigkeit.

Gewagter Übertrag: In unseren Unternehmen folgen wir auch dieser Verführung. Wie vielen Versprechungen des Typus – „Wenn, dann…“ waren Unternehmen bisher erlegen und trieben modische Management-Ansätze durch die Abteilungen? In der unausgesprochenen Hoffnung: Das müsste es doch sein! Wieviel Erlösungs-Phantasie darin enthalten ist?

In aller riskanten Kürze: Was für das Leben selber gilt, kann in Unternehmen nicht ausgegrenzt werden: Alles Leben gibt es nur in Spannungen!

Deine Beziehung? Immer im Spannungsfeld zwischen Nähe und Distanz.

Dein Unternehmen: Immer im Spannungsfeld zwischen Zentralisierung und Dezentralisierung, zwischen Geschwindigkeit und Qualität. Spannungs-Felder sind konstitutiv und notwendig für Unternehmen.

Es gibt keine Erlösung aus der Spannung – nur die Kunst, durch kluge Entscheidungen die Spannung zu balancieren und jeden Tag neu im Da-Zwischen seine Lebens-Kunst zu erproben.

Für´s Management: Jeden Tag neu seine Führungs-Kunst gedeihen zu lassen! Denn Führung heißt balancieren im Spannungs-Feld.

Verzichte auf den Luxus modischer Beratungs-Trends. Bitte bleibe lebendig!

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